Ist Effizienz alles?

Effizienz. Optimierung. Produktivität. Alles Schlagwörter, die immer wieder auftauchen, wenn es um die “Verbesserung” von Unternehmen geht. Doch ist es wirklich notwendig jeden Arbeitsschritt maximal effizient zu gestalten? Muss jede Minute Arbeitszeit so produktiv wie möglich sein und das größtmögliche Ergebnis erzielen?

 

 

Studien des Harvard Business Review sagen ganz klar: “Nein!”.  Besonders Kreativität leidet unter dem ständigen Drang nach mehr Produktivität. Sie lässt sich nicht nach Schema F abarbeiten, Sie muss wachsen und braucht dafür Zeit. Dabei geht es nicht nur um Kreativität im Sinne kreativer grafischer Gestaltung. Nein, Kreativität ist viel mehr. Jegliche Innovation ist auf Kreativität in Verbindung mit Wissen zurückzuführen. 

 

 

Ein gutes Beispiel dafür ist der, mittlerweile weit verbreitete, Lotuseffekt. Seine “Erfinder” haben Ihr Wissen über den Selbstreinigungseffekt der Lotuspflanze mit der kreativen Idee kombiniert, diesen auf verschiedene künstlich geschaffene Oberflächen anzuwenden. Ein Prozess, der sicherlich nicht in einem festgelegten Zeitfenster von wenigen Wochen oder Monaten zu bewältigen war und dennoch große Erfolge erzielt hat. 

 

 

Produktivität und Effizienz ist also nicht alles! Diese Erkenntnis ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Große Unternehmen wie Google machen es bereits vor und ermutigen ihre Mitarbeiter einen gewissen Anteil ihrer Arbeitszeit mit der Entwicklung neuer Ideen zu verbringen. Dabei müssen Sie jedoch nicht stumpf am Schreibtisch sitzen und sich den Kopf zerbrechen, sie dürfen den verschiedensten Aktivitäten nachgehen, die sogar vom Unternehmen selbst angeboten werden. Schließlich kann eine innovative Idee auch beim Tennis, Spinning oder Kaffeeplausch mit den Kollegen zum Leben erwachen. 

 

 

Dies hat auch noch den positiven Nebeneffekt, dass diese kleinen “Auszeiten” während der Arbeitszeit die körperliche und mentale Gesundheit der Mitarbeiter fördern und so unter anderem Ausfallzeiten beispielsweise wegen Burnout reduzieren. Doch damit Mitarbeiter diese Freiräume für Kreativität haben und die positiven Effekte greifen können ist es wichtig, dass ihnen diese Zeit auch wirklich zur Verfügung steht und nicht im Endeffekt weitere Überstunden und Mehrarbeit bedeutet. Ihre Aufgabenbereiche müssen also kalkulatorisch “überbesetzt” sein. 

 

 

Wichtig ist dabei jedoch, dass die Mitarbeiter immer noch produktiv sind und der Arbeitsplatz nicht als eine Art “Freizeitcenter” gesehen wird. Entscheidend ist die Balance zwischen Effizienz und Effektivität, die je nach Mitarbeiter variieren kann und nicht immer ersichtlich ist. Im Extremfall kann es sogar optimal sein, dass ein Mitarbeiter 2 Wochen im Jahr eindeutig effizient arbeitet und die restliche Zeit mit Wissensanhäufung und Ideensammlung verbringt, wenn dies zur Folge hat, dass ganze Unternehmensteile oder Produktlinien entscheidend revolutioniert werden und so ein massiver Profit für das Unternehmen entsteht. 

 

 

Wenn Sie sich also Effizienz- oder Produktivitätsziele stecken, behalten Sie immer im Hinterkopf das 100% Effizienz nicht das einzig Wahre sind. Stecken Sie Ihr Ziel lieber auf 80% oder 70% und lassen Sie so Freiräume für die Kreativität und Innovativität Ihrer Mitarbeiter

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Thema haben, dann lassen Sie es uns gerne wissen. Wir freuen uns über jedes Feedback!